Filterkaffee per Hand zubereiten – Schritt für Schritt Anleitung zum Kaffeegenuss

von | 25. Mai 2018 | Hintergrundwissen |

Filterkaffee? Und dann auch noch per Hand zubereiten? Auf was für einer Seite bin ich denn hier gelandet? Im Zeitalter der Kaffeevollautomaten und dem ständigen Zeitdruck fragst Du dich vermutlich gerade zurecht, ob diese altertümlich anmutende Zubereitungsmethode für Kaffee noch zeitgemäß und die Mühe überhaupt wert ist. Warum es sich aus unserer Sicht auf jeden Fall lohnt dieser Variante der Kaffeezubereitung eine Chance zu geben und warum Du anschließend vermutlich sogar dabei bleiben wirst, erfährst Du in den folgenden Zeilen. Zudem zeigen wir Dir eine Schritt für Schritt Anleitung für den perfekten per Hand gebrühten Filterkaffee.

 

Filterkaffee im Handfilter vs. andere Brühmethoden

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, jedoch besteht hierin der vielleicht größte Vorteil des handgebrühten Kaffees im Vergleich zu anderen Methoden. Zum einen lässt sich beim Aufbrühen mit einem Handfilter der Geschmack höchst individuell von der Menge des Kaffeepulvers, über die unterschiedlichen Mahlgrade, bis hin zur Eingießgeschwindigkeit des Wassers anpassen, zum anderen spricht das Preis-Leistungsverhältnis klar für die klassische Pour-Over-Methode. Wird zudem ein Dauerfilter / Permanentfilter für die Zubereitung verwendet, kann so zusätzlich ein nicht unerheblicher Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet werden, ganz zu schweigen vom gesparten Strom. Natürlich ist aber nicht alles Gold was glänzt. So benötigt diese Zubereitungsart am Anfang etwas Übung und dauert im Vergleich zur Zubereitung im Vollautomaten sicherlich ein wenig länger. Belohnt wird man allerdings mit einem extrem vollmundigen und aromatischen Kaffee, mit dem der Morgen zu Deiner Lieblingstageszeit werden wird.

Einen ausführlicheren Vergleich von verschiedenen Brühmethoden haben wir bereits in einem früheren Beitrag angestellt. Gerne kannst Du dort einmal vorbeischauen.

 

So gelingt Dir der Kaffee mit dem Handfilter

Starten wir mit dem Equipment. Der offensichtlichste Bestandteil dieser Zubereitungsart ist der Kaffeefilter. Für diesen gibt es zahlreiche Materialien und Ausführungen. Im Folgenden stellen wir Euch die gängigsten Modelle einmal in Kurzform vor.

Der Handfilter aus Porzellan ist dank seines Materials besonders pflegeleicht und langlebig. Die Reinigung des Filters kann problemlos in der Spülmaschine erfolgen. Auch einen Sturz aus geringer Höhe hält dieses robuste Material meist unbeschadet aus.

Der Handfilter aus Kunststoff kann sich durch seinen günstigen Preis einen kleinen Vorteil verschaffen. Leider kann es jedoch bei längerer Nutzung passieren, dass sich kleinste Kunststoffteilchen mit der Zeit ablösen und so im Kaffee landen. Auch ist es möglich, dass der Geschmack des Kaffees verfälscht wird.

Das Problem der “normalen” Handfilter im Allgemeinen ist, dass bei jeder Nutzung ein zusätzlicher Papierfilter von Nöten ist. Dieser stellt nicht nur sinnlosen Müll dar, sondern filtert zudem die meisten Kaffeeöle und -fette heraus, die als wichtige Geschmacksträger dienen.

Die Lösung könnte hier ein sogenannter Dauerfilter sein. Dieser besteht meist aus Edelstahl und ist auf der Innenseite mit einem feinmaschigen Netz ausgekleidet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Im Normalfall sind diese Filter sehr pflegeleicht und langlebig. Die Reinigung kann zudem problemlos in der Spülmaschine erfolgen. Da kein zusätzlicher Filter aus Papier benötigt wird, ist der Dauerfilter vermutlich die nachhaltigste Variante.

Neben dem Filter ist aus unserer Sicht zwingend ein Wasserkessel zum Aufbrühen des Kaffees notwendig. Diesen gibt es entweder mitoder ohne Thermometer* zu kaufen. Da der Kaffee, wie wir später noch sehen werden, nicht mit kochendem Wasser übergossen werden sollte, kann ein Thermometer durchaus sinnvoll sein. Es ist aber nicht zwingend notwendig. Zwar könnte man das Wasser auch z.B. direkt aus dem Wasserkocher in den Handfilter gießen, jedoch würde das Wasser in zu großen Mengen auf einmal herausfließen und der Kaffee in Folge dessen zu dünn und geschmacksarm werden.

Da der Kaffee für einen vollmundigeren und aromatischeren Geschmack erst direkt im Vorfeld des Aufbrühens gemahlen werden sollte, empfehlen wir die Anschaffung einer Kaffeemühle*. Ob Du dich hier für eine elektrische oder manuelle Mühle entscheidest, kannst Du natürlich frei bestimmen.

Die Auswahl der richtigen Kaffeebohnen spielt für den Geschmack des handgefilterten Kaffees die vermutlich größte Rolle. Hier können wir aber leider keine gezielten Ratschläge geben, da natürlich jeder einen ganz eigenen Geschmack hat. Der eine mag es eher kräftig, der andere lieber sanft. Einzig bei der Qualität sollten keine Abstriche gemacht werden, da selbst mit der besten Anleitung aus einem minderwertigen Kaffeepulver kein guter Filterkaffee werden kann.

Die letzte Komponente ist das Wasser. Der echte Handfilter-Experte wird hier höchstwahrscheinlich nur zu gefiltertem* bzw. zu abgefülltem Wasser raten. Hier gilt es einfach mal auszuprobieren. Während die “Expertenlösung” auf Dauer etwas kostspielig werden kann, reicht den meisten wohl normales Leitungswasser zum Aufbrühen des Kaffees vollkommen aus.

 

Schritt 1: Menge bestimmen und Kaffee mahlen

Für den optimalen Kaffeegenuss ist neben der bereits erwähnten Qualität der Kaffeebohnen, die richtige Dosierung des Kaffeepulvers sowie der richtige Mahlgrad entscheidend. An diesem Punkt der Zubereitung kann sehr viel experimentiert und das Ergebnis an den eigenen Geschmack angepasst werden.

Da bei der Pour-Over-Methode das Kaffeepulver relativ lange mit dem heißen Wasser in Kontakt kommt, sollte das Pulver nicht zu fein gemahlen werden. Für die Handfiltermethode empfehlen wir deshalb einen mittleren Mahlgrad des Kaffeepulvers, damit Du letztendlich einen ausgewogenen und geschmacksvollen Kaffee genießen kannst.

Die Dosierung kann je nach Geschmack variiert werden. Wir empfehlen ein Kaffee-Wasser-Verhältnis von 1:15. Für zwei Tassen Kaffee (ca. 500 ml) ergibt das rund 35g Kaffeepulver.

 

Schritt 2: Wasser aufkochen

Der wohl einfachste Schritt der Zubereitung: Das Wasser aufkochen. Das Wasser entweder wie gewohnt im Wasserkocher erhitzen und anschließend in einen Wasserkessel umfüllen oder aber direkt im Wasserkessel auf der Herdplatte zum Kochen bringen. Um bei unserem Beispiel für zwei Tassen Kaffee zu bleiben, sollte man um die 525 – 550 ml Wasser nehmen, da das Kaffeepulver einiges an Flüssigkeit aufsaugt.

Hinweis: Das Wasser bitte nicht kochend auf das Kaffeepulver geben, sondern ruhig ein paar Minuten warten und das Wasser auf ca. 92 – 96° C abkühlen lassen. Mit einem Thermometer am Wasserkessel kann die Temperatur exakt bestimmt werden.

Wasser kochen

 

Schritt 3: Kaffee aufbrühen

Nun kann der Kaffee aufgebrüht werden. In diesem Schritt der Zubereitung ist ein wenig Fingerspitzengefühl und Erfahrung notwendig. Durch verschiedene Techniken kann der Geschmack des Filterkaffees stark beeinflusst werden. Hierbei gibt es nicht die perfekte Anleitung und jeder muss selbst für sich “die” Technik herausfinden. Die Hauptfaktoren für die Beeinflussung des Geschmacks sind an dieser Stelle die Durchflussgeschwindigkeit, die Art des Wassereingießens sowie die Dauer des Brühprozesses.

Hinweis: Bitte gieße das Wasser nicht einfach unkontrolliert in den Filter, da es sonst zu einer Überextraktion (Kaffeepulver zu lange im Wasser) oder Unterextraktion (Kaffeepulver zu kurz im Wasser) des Kaffeepulvers kommen kann, wodurch das anschließende Geschmackserlebnis stark beeinträchtigt wird (Kaffee wird entweder sehr bitter oder viel zu dünn und wässrig).

Der optimale Brühprozess dauert um die drei Minuten und läuft wie folgt ab:

 

  1. Das Wasser in kreisenden Bewegungen in den Filter eingießen, damit das komplette Pulver im Filter mit dem Wasser durchtränkt wird. Hierbei kann z.B. in der Mitte begonnen und in immer größer werdenden Kreisen nach außen gegangen werden.
  2. Sobald der Filter mit Wasser gefüllt ist (bis ca. 1 cm unterhalb des Filters), den Wasserkessel absetzen und warten bis das Wasser fast vollständig durchgesickert ist.
  3. Wasser wie in Schritt 1 nachgießen und wieder durchsickern lassen. Diesen Schritt nun solange wiederholen, bis die gewünschte Menge Kaffee aufgebrüht wurde.

Tipp: Viele schwören vor dem ersten Schritt auf das sogenannte “Blooming” (Englisch für aufblühen), um das Kaffeepulver erst einmal zum Quellen zu bringen bevor der eigentliche Brühvorgang beginnt. Hierfür nur so viel Wasser eingießen bis das Pulver mit Wasser bedeckt ist und für ca. 30 Sekunden warten.

 

Schritt 4: Kaffee genießen

Du hast es geschafft! Nun ist es Zeit Deinen von Hand gebrühten Kaffee in vollen Zügen zu genießen.

TreeBox Kaffeebereiter Set

Wir hoffen, wir konnten Dir mit diesem Beitrag die Vorzüge der Kaffeebereitung per Hand aufzeigen. Falls Du noch auf der Suche nach einem passenden Kaffeebereiter für Deinen nächsten Filterkaffee bist, werfe doch mal einen Blick auf den TreeBox Pour Over Dripper.

Quellen

Titelbildelemente von: Designed by Onlyyouqj / Freepik

Soziale Netzwerke

Facebook Feed

TreeBox Newsletter

Unser Unternehmenswald

Unser Unternehmenswald