Artikelserie: Entdecke Nudelhölzer rund um die Welt – Teil 1 Geschichte

Artikelserie: Entdecke Nudelhölzer rund um die Welt – Teil 1 Geschichte

Geschichte

Das Nudelholz ist vermutlich eines der ältesten bekannten Küchenutensilien in der Geschichte. So zeigen bereits Grabreliefs aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Hölzer in zylindrischen Formen, die zum Glätten von Teig verwendet wurden. Auch wenn damals noch keine Plätzchen oder Fondant-Torten gebacken wurden, so waren es zumindest nudelähnliche Speisen, die die Etrusker kreativ werden ließen. Vielleicht wollte das antike Volk, das zwischen 800 v. Chr. und der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. im nördlichen Mittelitalien im Raum der heutigen Regionen Toskana, Umbrien und Latium lebte, mit den Grabreliefs den Verstorbenen die Herstellung der leckeren Teigwaren im nächsten Leben ermöglichen. Auch wenn es sich hier nur um Zweige oder Äste gehandelt haben mag, ist eine Verwandtschaft mit unserem heutigen Nudelholz wohl nur schwer abzustreiten.

Entwicklung

Trotzdem sollte es wohl noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts dauern, bis das Nudelholz kommerziell gefertigt wurde und die ersten erfinderischen Geister Patente einreichten. Auch das Aussehen hat sich im Laufe der Zeit entsprechend den Regionalitäten angepasst.

Der Klassiker

Das klassische Back- oder Nudelholz dürfte in den deutschen Haushalten wohl mit am häufigsten vertreten sein und zählt zu den bekanntesten und ältesten Modellen. Es zeichnet sich neben einer 20 – 40 cm langen Walze insbesondere durch die angebrachten Griffe aus, die an einer Achse angebracht sind. Dass sich beim Ausrollen die Rollwalze um die Achsen dreht und die Griffe somit unabhängig sind, haben wir übrigens der Amerikanerin J.W. Reed zu verdanken, die für diese Erfindung 1884 ein Patent einreichte und somit das Nudelholz, wie es heute noch unzählige Bäcker und Hausfrauen benutzen, erfand.

Der Klassiker

Bild von: Alexas_Fotos

Parlez vous francais?

Das französische Nudelholz kommt im Vergleich zur klassischen Variante ohne Achse und Griffe aus. Die perfekte Länge beträgt zwischen 45 cm und 50 cm und ist an den Enden meist spitz zulaufend. Viele Spitzenköche schwören auf diese Art des Nudelholzes, da man eine bessere Kontrolle über den Teig erlangt. Beim Rollen wird der Druck direkt von der Hand auf die Rolle übertragen, was für eine perfekte Handhabung und einen gleichmäßigeren Teig sorgen soll. Zumindest den Profis scheint dies problemlos zu gelingen.

Nudelholz französisch

Bild von: TreeBox

Rundstangen

Aber auch in anderen Kulturreisen haben sich entsprechend der Bedürfnisse Teigrollen entwickelt. So zum Beispiel in Ostasien. Vielleicht hat sogar der eine oder andere schon einmal selbst versucht Teiglinge für asiatische Teigtaschen wie z.B. Gyoza, Momos oder auch Samosas herzustellen? Hier dürfte man mit den handelsüblichen Nudelhölzern schnell an seine Grenzen gestoßen sein. Die kleinen knapp 8 cm großen Fladen bedürfen nämlich einer Spezialbehandlung. Der Ausrollstab sollte für das perfekte Ergebnis daher nicht größer als 30 cm sein und ein Durchmesser von ca. 2 cm haben. Zudem empfiehlt es sich ein eher leichtes Holz zu nehmen.

Eine weitere Variante findet man in der Türkei. Die längliche Rundstange namens Oklava wird besonders gerne für die Herstellung von Gözleme oder anderen dünnen türkischen Teigdesserts hergenommen. Im Vergleich zu der asiatischen Teigrolle kommt es hier sehr wohl auf die Größe an. Eine Gesamtlänge von 80 cm ist ideal. Außerdem sollte der Durchmesser nur knapp 2,5 cm betragen, um den Teig durch schnelle Rollbewegung möglichst rund und dünn zu formen.

Oklava

Bild von: Mussklprozz

Belan und Chakla?

Nein, hier handelt es sich nicht um heilige Kühe, wer allerdings genauso gerne indisch isst wie ich, dürfte vielleicht schon über diese beide Namen gestolpert sein. Belan und Chakla werden meist in Kombination genutzt, um die leckeren indischen Brote namens Naan, Chapati oder Dosa herzustellen. Belan nennt sich dabei die Rolle, die aus einem Stück besteht und ähnlich wie die westliche Teigrolle Griffe aufweist. Allerdings wird die Teigrolle als Ganzes zum Ausrollen genutzt, denn die Griffe sind fest an der Rollwalze angebracht. Knappe 30 cm sollte das Holz lang sein, wobei 15 cm auf die Ausrollfläche entfallen sollten. Das Gegenstück Chakla ist eine Art runde Plattform, auf der der Teig ausgerollt wird. Die Plattform ist leicht erhöht und abgeschrägt. Der Durchmesser beträgt ca. 20 cm. Hergestellt wird das Chakla meist aus Granit oder Marmor. Aber auch harte Holzarten sind denkbar.

Belan und Chakla

Bild von: Sajetpa

Die Besonderen

Die klassischen Modelle sind Dir zu langweilig? Wie wäre dann mit einem Nudelholz mit Muster? Anders als bei den üblichen Teigrollen ist hier die Rollfläche nicht glatt, sondern mit einem Muster versehen, das sich beim Ausrollen direkt auf den Teig überträgt.

Vielleicht möchtest Du den Teig aber auch direkt im Blech ausrollen? Dann lohnt sich ein Blick auf die kleinen Kuchenblechroller, die meist zwischen 6 und 11 cm lange Walzen aufweisen und sich somit perfekt im Backblech benutzen lassen.

Ebenfalls noch recht neu sind Antihaft-Nudelhölzer, die beispielsweise durch eine Silikonummantelung ein Klebenbleiben des Teiges stark reduzieren und auch für Arbeiten mit Fondant ohne die Zugabe von viel Mehl geeignet sind. Nichtsdestotrotz möchte ich hier jetzt nicht zu viel vorwegnehmen und mich vorerst verabschieden.

Ausblick

Ich hoffe, Dir hat unser kleiner Ausflug in die Welt der Teigrollen gefallen, und dass wir Dich auch im zweiten Teil unserer kleinen Artikelserie wieder begrüßen dürfen, wenn es um die verschiedenen Materialien geht, aus denen Teigrollen bestehen können und welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen.

Quellen

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